Die Feuerwehr kommt
Jedes Jahr heißt es für die Drittklässler der Marienschule: Die Feuerwehr kommt!
Aber sie nimmt sich nicht nur die Zeit um im Unterricht ihre Aufgaben und Funktionen zu erklären. Zeitnah wandern die Schüler zum Feuerwehrhaus und schauen sich vor Ort alles an.

- Die Klasse 3a, ihre Sachkundelehrerin Frau Brügge und die beiden Feuerwehrmänner Stefan Budde und Jörg Thiede versammeln sich vor einem Einsatzwagen.
Zuerst einmal durften alle Schüler im Tanklöschfahrzeug Platz nehmen und sich selber wie Feuerwehrmänner bzw. -frauen fühlen.
Dann erklärten die drei Feuerwehrmänner Stefan Budde, Markus Kintrup und Jörg Thiede ganz ausführlich ihre Aufgaben und die Vorgehensweisen der Feuerwehr. Dieses geschieht in erster Linie um den Kindern die Angst zu nehmen, sollten sie irgendwann einmal in einen Einsatz verwickelt sind oder den Notruf 112 betätigen müssen.

- Der blaue Abgasanlageschlauch sorgt für reine Luft im Feuerwehrhaus, wenn die Fahrzeuge zum Einsatz ausrücken. Herr Thiede demonstriert wie der Schlauch angebracht wird.

- Der Feuerwehrmann Jörg Thiede erklärt den Inhalt eines Tanklöschfahrzeuges: Neben den Wasserschläuchen und Spritzen sind u. a. auch eine Hydraulikschere, Kettensäge und Ölbindemittel im Wagen.

Der Schaum aus dieser Mittelschaumpistole hält ca. 5-6 Stunden. Damit wird ein Feuer wortwörtlich erstickt.
Danach wurde es mathematisch, denn die Kinder durften ausrechnen, wie lange das Wasser in diesem Tanklöschfahrzeug, mit einem Fassungsvermögen von 2600 l (ca. 13 Badewannen), reicht, wenn durch eine kleine Strahlrohrspritze 100 l pro Minute fließen.
Beeindruckend war, dass zum Halten einer großen Spritze vier Feuerwehrmänner benötigt werden und dort 800 l Wasser pro Minute rausströmen.
Die Kinder stellten schnell fest, dass wenn eine große Spritze im Einsatz ist, dass so ein Tanklöschfahrzeug nur für 3-4 Minuten Wasser zum Löschen enthält. Und wenn der Brand dann noch nicht gelöscht ist? Daraufhin wurde ihnen anhand eines Schildes erklärt wie sie einen Hydranten und damit Wasser finden können. Und wie wichtig es ist den Feuerwehrmännern nicht im Weg zu stehen, denn es zählt jede Minute.

- Der Feuerwehrmann Stefan Budde zeigte den Kindern seinen Pieper, womit er im Einsatzfall "angerufen" wird und ihm mitgeteilt wird, was für ein Einsatz anliegt. Ziel der Feuerwehr ist es innerhalb von 7 Minuten am Einsatzort zu sein.

- Und dann wurde es für Kinder praktisch: Es wurde "Telefongespräche" geführt, bei denen die Kinder bei Herrn Budde = Leitzentrale in Gütersloh (denn dort gehen alle Notrufe aus dem Kreis Gütersloh ein und werden koordiniert) anrufen sollten, um einen Brand oder einen Unfall zu melden.

- Zum Beispiel sollte Jana einen Brand in der Schule melden.

- Und Bianca sollte einen Unfall auf dem Schulhof melden.
Bei einem Notruf unter 112 ist das Wichtigste, dass man alle Fragen beantwortet und wartet bis der Feuerwehrmann in der Leitzentrale sagt, dass das Gespräch beendet ist. Sollte man in der Aufregung die W-Fragen vergessen, ist das gar nicht schlimm, denn der Feuerwehrmann erfragt sich alle relevanten Dinge.
Die W-Fragen lauten: Wer ist am Apparatl, was ist passiert (z. B. Brand, Unfall, Baum umgestürzt), wo ist es passiert, wie viele sind verletzt oder noch im Haus eingeschlossen und warten, bis der Feuerwehrmann das Gespräch beendet.
Der Feuerwehrmann Markus Kintrup legte seine Schutzkleidung samt Atemschutzgerät an, damit die Kinder in einem Brandfall keine Angst vor den Feuerwehrmännern bekommen und sich schlimmstenfalls verstecken.
Die Schutzkleidung besteht aus einem hitzebeständigen Helm, Hose mit Polserung an den Knien, Jacke, Sicherheitstiefel mit Stahlkappen und eine Stahlplatte in den Sohlen, Handschuhen, Sicherheitsgürtel zum Abseilen oder Sichern, eine Flammschutzhaube und einer Atemschutzmaske.
Die Schutzkleidung wiegt ca. 15 kg.
Eine Atemluftflasche enthält Sauerstoff für ca. 20-30 Minuten.
Bei einem Einsatz kann die Körpertemperatur auf 39,5° C steigen. Und alle zwei Jahre muss sich ein Feuerwehrmann untersuchen lassen, ob er noch einsatztauglich ist. Sowie fortlaufend an Lehrgängen teilnehmen, um für den Ernstfall gut vorbereitet zu sein.
Im rechten Bild sind deutlich die vielen Reflektionsstreifen zu erkennen, damit der Feuerwehrmann auch im Dunkeln gut zu sehen ist.
Auch wenn ein komplett ausgerüsteter Feuerwehrmann etwas furchteinflößend aussieht, kam wiederholt die Bitte an die Kinder: "Bitte habt keine Angst vor Feuerwehrmännern. Sie kommen um euch zu helfen."

Ein herzliches Dankeschön geht an die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Marienfeld. Durch ihr Engagment und ihre Bereitschaft haben sie den Kindern einen sehr guten Einblick in ihre ehrenamtliche Tätigkeit gegeben. Außerdem haben sie die Angst gemildert, sollte eines der Kinder eines Tages in einen Einsatz verwickelt sein oder einen Notruf absetzen müssen.
Dankeschön!



